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PlanBEinlagen

Funktionsweise unserer 3H Einlage mit sensomotorischer Adaption

Der wichtigste Grundatz unserer Einlagen mit sensomotorischer Adaption ist mit dem Einlagenrelief keinen Druck auf Muskelbäuche im Bereich der Fußsohle auszuüben. Die Muskelbäuche sind der aktive Teil der Bewegung und benötigen freien Raum zur Ausdehnung damit sie aktiv werden können. Nur im Bereich der Sehnenzüge darf Druck ausgeübt werden. In diesem Bereich sitzt ein Großteil der Rezeptoren, die Zug und Druck messen.

Sind die Muskeln zu wenig aktiv wird über eine Verkürzung der Strecken zwischen Muskelursprung und Muskelansatz eine Muskelaktivierung erzeugt. Bevor das zentrale Nervensystem einen Bewegungsbefehl an den Muskel sendet wird unmittelbar die vorhandene Muskelspannung gemessen um die gewünschte Bewegung zu erreichen. Kommt es durch das Tragen der Einlage zu einer Verkürzung der Muskel-/Sehnenstrecke wird eine niedrigere Muskelspannung gemessen und das sensomotorische System korrigiert dies mit einem stärkeren Nervenbefehl. Dabei greift es immer auf das gespeicherte Bewegungsmuster zurück.

Ist ein Muskel überaktiv werden durch das Relief der Einlage die betroffenen Muskeln unter mehr Spannung gesetzt, d.h. es wird versucht, die Muskelstrecke zu verlängern. Das sensomotorische System misst einen erhöhten Muskeltonus. Das zentrale Nervensystem wird nun weniger die vorgespannte Muskelgruppe erregen als ohne Einlage.

Ziel ist es durch eine langfristige Nutzung der Einlage den verbesserten Bewegungsablauf zentral abzuspeichern und somit längerfristig auch eine Korrektur ohne Einlage zu erreichen. Gerade beim wachsenden Fuß ist diese Beeinflussung schon früh sinnvoll da sich die Formentwicklung nach der Fußfunktion richtet.

Tragen von Einlagen mit sensomotorischer Adaption

Wichtig ist eine Symbiose zwischen Fuß - Einlage - Schuh. Die Einlage sollte passgenau im Schuh sitzen und darf sich nicht im Schuh verschieben. Dadurch wird gewährleistet dass die Druckpunkte an der richtigen Stelle der Fußsohle aktiv werden können. Die verwendeten Schuhe sollten eine gute Rückfussführung und eine gute Flexibilität im Vorfuß aufweisen. Idealerweise sollte die im Schuh vorhandene Einlegesohle entfernt werden können. Dieser frei werdende Raum sichert den Platz für die Einlage mit sensomotorischer Adaption.

Passgenauigkeit 

Die Einlage wird einzeln und individuell für die Füße gefertigt. Hierbei wird in der Grundform der Einlage im Vorfuß 12-15mm Platz für das Abrollen beim Gehen (und Rennen) sowie für Wachstum mit berücksichtigt. Wächst der Fuß stimmt die Positionierung der Druckpunkte nicht mehr und die Einlage muss erneuert werden. Dieser Zeitpunkt ist spätestens dann erreicht wenn die Großzehe am vorderen Rand der Einlage angekommen ist.

"Lernziel" dieses therapeutischen Ansatzes

Damit das "Lernziel" der positiven Bewegungsabspeicherung erreicht werden kann sollten die Einlagen mindestens 4 Stunden pro Tag getragen werden. Eine längere Tragezeit ist eher positiv und hat keine negativen Auswirkungen. Generell werden die Einlagen durch unsere zertifizierten Sensomotoriktechniker/innen in regelmäßigen Abständen auf ihre Funktion überprüft.

Haupteinsatzgebiete

Die 3Hmed GmbH ist spezialisiert auf die Versorgung von neurologischen Patienten: Spastische Lähmungen mit Spitzfuß-, Knickfuß-, Sichelfuß- oder Klumpfußfehlstellungen. Weitere Einsatzgebiete sind Knick-/Senkfuß, Plattfuß, habitueller Zehenspitzengang, Klumpfuß- und Sichelfuß bei angeborenen und erworbenen Deformitäten, aber auch O- und X-Beinen, Innenrotationsgang/Aussenrotationsgang sowie Beckenschiefstand und Skoliosen.

Grundsätzlicher Ablauf einer Versorgung mit Einlagen mit sensomotorischer Adaption

  • Terminvereinbarung
  • Befundung   (Beurteilung von Stand und Gang / passiver Beweglichkeit / Muskelkraft
  • Ganganalyse   (Auftritt, Abroll- und Abstoßphase)
  • Standanalyse   ( Rück-, Mittel-, Vorfuß / Palpation / notwendiger akzeptierter Druck
                               zur Aufrichtung des Fußes)
  • Herstellung eines Abdrucks   (Belastungsmatrix, Fußscan) unter Berücksichtigung der Daten aus der Gang- und Standanalyse
  • Anprobe der Einlage   (Kontrolle/ggf.Korrektur/Einpassung im Schuh/Einweisung)
  • Kontrolluntersuchung   (nach Eingewöhnungsphase von ca. 2 bis 4 Wochen)



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